12. Oktober – Update zum Ablauf und zu Storytelling/Input – Gästen

Die Projektwerkstatt zur gelebten Gesellschaftspolitik rückt näher und es gibt frische Infos zum Ablauf und zu den Gästen die mit Erfahrungsberichten aus partizipativen Prozessen nach Vöcklabruck kommen.

Zu neunt haben wir uns am 11.10. in Wien getroffen um den Ablauf weiterzuentwickeln und uns klärende Fragen zu stellen. Der letztgültige Feinschliff wird im November geschehen, aber es zeichnet sich schon ein klareres Bild ab.

der Ablauf
Freitag – thematisches Öffnen und Dialog zu politischen Rahmenbedingungen und Wertefragen
Samstag – Erfahrungsaustausch mit Gästen aus der Partizipationspraxis, OpenSpace und Fokus auf wirksame Handlungsoptionen
Sonntag – Projekte (weiter)entwickeln und nächste Schritte setzen 20161010_232029

Freitag nachmittag steigen wir ein mit einer kurzen Geschichte zur Entstehung der Initiative und der Veranstaltung zur gelebten Gesellschaftspolitik. Nach den Kennenlern-Runden möchten wir das Wochenende thematisch intensiv, aber methodisch bedacht, starten und öffnen. Über das gesamte Wochenende wollen wir auf unsere Kopf & Sitzfleisch-Energien achten, Ruhe- und Bewegungs-Pausen gemeinsam und individuell dort setzen, wo wir sie uns wünschen. Darauf zu schauen hat mit Priorität.
Ebenfalls ein großes Augenmerk liegt auf der Dokumentation der wichtigsten Punkte und Ergebnisse. Das soll die Möglichkeit bieten sich zwischendurch immer wieder einen Überblick zu schaffen, und nach dem Wochenende guten Zugang zu den geernteten Gesprächen zu bieten, auch online.

Es geht also intensiv los. Wir hinterfragen und definieren gemeinsam die Begriffe Demokratie, Politik und Gesellschaftspolitik. Gemeinsame Nenner und unterschiedliche Betrachtungsweisen finden.
Und wir fragen uns:

Welche sozialen, rechtlichen und anderen Rahmenbedingungen braucht es, für eine zukunftsfähige Politik?

Danach geht’s um den vielstrapazierten, aber oft unklaren Begriff der „Werte“.

Welche Haltungen und Werte wünschen wir uns in den Räumen, in denen wir in Zukunft Politik machen wollen? Was braucht es für guten Dialog?

Vor allem verschiedene Methoden des wertschätzenden Dialogs und des Zuhörens (Appreciative Inquiry, Circle/Dialog… ) unterstützen uns am ersten Tag, wie auch das Worldcafe und unterhaltsame Formate, zB das WickedQuestionGame, eine Art Fragen-Ping-Pong das uns an den Kern der Fragen hinter den Fragen führt. Damit werden wir auch vorraussichtlich den ersten Tag offiziell beschließen. Gemeinsam definieren wir die brennenden Fragen die uns am Samstag weiter begleiten.

Zum Ausklang erwartet uns ein gemütlicher, politischer Barbetrieb mit feiner Hintergrundmusik von PlattenartistInnen aus Vöcklabruck.

Der Samstag startet ruhig oder aktiv, selbst gestaltet aus der Gruppe heraus. Ein Spaziergang in der Stadt, etwas Gestalterisches, in einem Meta-Raum, oder was immer uns einfällt.

Ab ca. 11 Uhr ist der zweite Tag (nach einem kurzen Rückblick auf den ersten Tag) zuerst geprägt von Erfahrungsaustausch. Im Story-Telling können wir uns spannende Praxis-Details aus unterschiedlichen Prozessen anhören und lernen gleichzeitig schöne Methoden genauer kennen.

  1. Von Johannes Brandl aus der SPES-Akademie hören wir einiges aus seiner Begleitung des partizipativen Budgets in Vorderstoder, der bisher einzigen Gemeinde in Österreich die BürgerInnen aktiv in die Budgeterstellung eingebunden hat.
  2. Florian Sturm erzählt uns etwas über die BürgerInnen-Räte, die in Vorarlberg und andren Bundesländern schon angewendet werden. Auch die dazugehörige Moderationsmethode, Dynamic-Facilitation probieren wir aus.
  3. Interessante Infos zu den Verfassungskonventen in Island und Irland möchten wir ebenfalls hören, hier warten wir noch auf die Zusage einer Politikwissenschafterin. Hier stellen sich dann zB die spannenden Fragen der Skalierung von partizipativen Prozessen auf breitere Ebenen.
  4. Michael Wrentschur bringt Geschichten mit, über seine Arbeit mit Interact und dem legislativen Theater zB „Mitmischen possible“ oder auch das aktuellste Projekt „Reich an Leben“ ist besonders spannend..
  5. Bernhard und Theresa vom Hofkollektiv Zwetschken erzählen uns etwas über ihr Experiment mit dem „Megakonto“ und entführen einige von uns in ein solidar-ökonomisches Rollenspiel.
  6. Spannendes über ein Praxis-Beispiel an der Schnittstelle Wirtschaft/Verwaltung und Menschen berichtet uns vorraussichtlich Katharina Forster. Katharina ist unterwegs mit dem Architekturbüro „Nonconform“ und der VorOrtIdeenwerkstatt, in der zB der Aus- und Umbau von Schulen von SchülerInnen, LehrerInnen und RaumplanerInnen gemeinsam gestaltet wird. Das wird spannend!

Später geht’s in den OpenSpace. Dort machen die TeilnehmerInnen das Programm und bringen offene Fragen, bestehende Projekte oder mehr methodische Erfahrung mit in den Prozess. Der methodischen oder thematischen Kreativität sind hier keine Grenzen gesetzt.

Samstags zweite Hälfte führt uns zuerst zum nochmaligem tiefer Tauchen im Dialogkreis. Wir wollen nach dem inspirativen Austausch wissen, wo Veränderung in „der Politik“ besonders notwendig ist, wo bestehendes gut unterstützt/weiterentwickelt werden kann. Konzentrieren wollen wir uns hier auf konkrete Handlungsoptionen für verschiedene Ebenen und Wirkfelder. Knackpunkte ausloten, Wirksamkeit im Auge haben.

Wo und wie, kann und muss etwas Neues entstehen/Bestehendes unterstützt werden, damit tatsächliche, wirksame Veränderungen erreicht werden können?

Nachdem wir uns etwas Ruhe gegönnt haben, zum Gedanken sortieren im kleinen Kreis oder auch alleine bei einem Spaziergang, kommen wir vor dem Samstags-Abschluss wieder in der großen Runde zusammen um zu fokussieren. (Bevor uns dann tanzbare Live-Musik erwartet.)
In der großen Runde sprechen wir (oder man hört nur zu) nochmal die Dinge an, die uns zu diesem Zeitpunkt besonders bewegen, und/oder loten aus ob und wo wir als einzelne und/oder Gruppe in die Initiative gehen wollen. In Bestehende oder neu Entstehende. Eine spannende selbstorganisations-Methode hilft uns hier zu Fokussieren, Prioritäten abzuwägen und uns gegenseitig zu unterstützen. Dann gehn wir nach Hause, oder tanzen zu „Romanovstra“!

Der Sonntag macht dann Schritte in die Zukunft (wieder nach dem kurzen Rückblick auf den Samstag). Für Menschen die Projekte und Ideen bearbeiten möchten, steht die Projektwerkstatt zur Verfügung. Mit funktionalen Kommunikations- und Organisationstools zum aktiv werden, gemeinsam mit den TeilnehmerInnen die sich kritisch, konstruktiv einbringen möchten. Nächste Schritte können/sollen gesetzt werden zu den Projekten und auf den Wegen zu einer gelebten Gesellschaftspolitik.
In der Abschlussrunde widmen wir uns offenen Fragen, halten sie fest und nehmen uns Zeit für Reflexion und Feedback zum Wochenende und für einen guten Ausklang.

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warum machen wir diese Veranstaltung? und was erwarten wir uns davon?

In erster Linie wollen wir politische Prozesse öffnen. Wir wollen bereits bestehende Potentiale nutzen, neue Prozesse für verschiedene Felder und Ebenen entwickeln. Wir wollen etwas lernen. Zum Beispiel von Irland, Island, Vorderstoder, Vorarlberg oder British Columbia. An all diesen und weiteren Orten wird in politischen Prozessen erfolgreich mit partizipativen Formaten gearbeitet, gemeinsam gestaltet oder experimentiert.

In „der Politik“ wie wir sie kennen, werden die großen Herausforderungen unserer Zeit noch immer weitgehend hinter verschlossenen Türen diskutiert. Noch immer werden Symptome bekämpft, ohne betroffene Menschen einzubinden. Probleme werden dadurch größer, anstatt in inklusiven Prozessen Potentiale zu nutzen und an echten, langfristigen Lösungsstrategien zu arbeiten.

Wir wollen das ändern, weil es möglich und notwendig ist. Oben verlinkte Beispiele zeigen uns dass Politik in offenen Prozessen machbar ist, dass repräsentative, partizipative und direkte Demokratie einander ergänzen können.

Wir wollen uns bei der Konferenz vom 11.-13. November diese Beispiele genauer ansehen, sie kritisieren, weiterentwickeln, adaptieren. Und wir wollen wirksame Optionen entwickeln um innovative, transparente Prozesse in realpolitische Arbeit zu implementieren.
Das kann in verschiedenen „Wirk-Feldern“ und Ebenen passieren. Über Kampagnen, Aktionen, Medien, wählbare Listenprojekte oder Kooperationen mit bestehenden Parteien. Jedenfalls soll nicht gegen irgendetwas oder jemanden gearbeitet werden, sondern für etwas. Für offene politische Prozesse, auch im großen Stil (zB. partizipativer Europa-Verfassungskonvent). Für eine Neukoppelung von Politik, Menschen und Expertise. Für gemeinsames Gestalten, Entscheiden, Umsetzen, Verantwortung übernehmen, als Gesellschaften.

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viele offene Fragen.

  • Wie sehen Werte und Haltungen aus, in den Räumen in denen wir in Zukunft  Politik machen wollen?
  • Was und welche Kulturen braucht es fürs gute Mit&Nebeneinander?
  • Ist die Demokratie in Österreich (und Europa..) noch zeitgemäß und wie sieht zukunftsfähige, inklusive Politik aus?
  • Wo werden schon offene Gestaltungs-Prozesse, auch im größeren Stil angewendet? – und können diese auch in Österreich Einzug halten?
  • Wie könnte ein partizipativer europäischer Verfassungskonvent aussehen?
  • Welche technischen und sozialen Rahmenbedingungen braucht es um inklusive Politik/unser Leben zu gestalten?
  • Was braucht es damit Engagement nicht überfordert? Und wie können Menschen/Gemeinschaften sich gegenseitig gut im Engagement unterstützen?
  • Wie und wo können & wollen wir ansetzen, um tatsächlich Wirksamkeit zu erreichen? (ohne uns dabei aufzureiben)
  • Wer stellt die ganzen Fragen?

Diesen und mehr entstehenden Fragen werden wir mit wirksamen Methoden rund um die „Art-of-Hosting“ – Prinzipien nachgehen. Wir laden Menschen ein die schon an spannenden Alternativen arbeiten, die an offenen Beteiligungsprozessen teilgenommen haben oder Wissen darüber mitbringen. Davon wollen wir lernen. Wir wollen gemeinsam träumen und weiterentwickeln, umsetzen & verändern, wirksam werden und politische Prozesse öffnen. Interesse? – hier gehts zur Anmeldung.

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hier ein vorläufiger grober Ablauf 20160718_214600

Freitag ab ca. 15 Uhr Check-in & Kennenlernen
> thematisches Öffnen
> Werte und  Haltungen in Räumen, in denen wir Politik machen wollen
> gemeinsame Definitionen und Hinterfragen von Demokratie, Politik, Gesellschaftspolitik

Samstag
> “Tun” vorm Denken
(wandern, expertimentieren, nichts tun, etc.. )
> ab ca. 11 Uhr – Storytelling, Lernen, Weiterentwickeln, Open Space, Methoden…
wo wird  gemeinsames Gestalten schon praktiziert?
was sollte/muss und kann wo/in welchen Feldern entstehen?
> Fokus auf konkrete Handlungsoptionen, Projekte, Knackpunkte, Erkenntnisse und Wirksamkeit

Sonntag bis ca. 15 Uhr Ideenwerkstatt/Projektschmiede
> konkrete, wirksame Handlungsoptionen planen & in die Wege leiten,
> nächste Schritte, offene Fragen
> Feedback & Checkout..

Was soll dort passieren?

  • zu Beginn: gemeinsame Definition von Politik, Demokratie, Gesellschaftspolitik, Werten & Haltungen
  • Ausloten, wo Gesellschaftspolitik in der Praxis stattfindet, wer will wo arbeiten? Ebenen und Felder. Stadtteil, Gemeinde, Land, Bund bzw. Parlament, Verwaltung, Schule, im öffentlichen Raum, Internet … bei mir selbst
  • Open Space – Menschen Einladen zum Erfahrungen teilen
  • Schon bestehende Beispiele zeigen und überlegen, wie sie implementiert und adaptiert werden können – offline und online
  • die politische Strukturen öffnen – auch Parteistrukturen öffnen!?
  • konkrete Handlungsoptionen entstehen lassen! politisch wirksam werden

Wie wollen wir dort arbeiten?

  • Die Art, wie wir dort arbeiten, soll die Zielsetzung widerspiegeln – wertschätzend, respektvoll, zuhören, gehört werden
  • Art of Hosting-Prinzipien, steht auch für die Art, wie wir in Zukunft arbeiten wollen
  • offen für alle Interessierten
  • Die eigene Rolle reflektieren, wie können wir gut auf uns selber schauen und können uns gegenseitig unterstützen, damit politisches Engagement nicht überlastend wird und Früchte tragen kann?
  • Räume öffnen zum Experimentieren, Austauschen, Entspannen